Wir treffen jeden Tag Entscheidungen, unser Leben lang. Aufstehen, anziehen, zur Arbeit gehen, essen, usw. Oft geschieht dies unbewusst. Zusätzlich denken wir über viele Entscheidungen bewusst nach. Gefühle und Verstand sind sich nicht immer einig. Ob es um Job, Beziehungen, materielle Dinge oder etwas ganz anderes geht: Viele Menschen tun sich schwer,  Entscheidungen zu treffen. Wer kennt das „Ja, aber…“ nicht? Das kann so weit gehen, dass man sich mit einem Thema richtig lange quält und am Ende passiert gar nichts, aus lauter Angst, einen Fehler zu machen. Tut das gut? Oft eher nicht.  Meist ärgert man sich sogar darüber, dass man wieder einmal nicht ins Handeln gekommen ist. Und das kann ganz schön stressig sein.

Falls wir später erkennen sollten, dass die eine oder andere Entscheidung im Nachhinein nicht so optimal war, was ist denn so schlimm daran? Und selbst dann, wenn wir es richtig vergeigt haben sollten, ist das noch lange kein Grund, sich deshalb das Leben schwer zu machen.

Wir können lediglich entscheiden, was sich in diesem Moment, also gerade jetzt, richtig anfühlt oder auch vernünftig ist.  Wenn wir wüssten, was die Zukunft bringt, wie wäre das denn?  Manchmal sicher hilfreich, oft jedoch auch langweilig. Wo wäre die Spannung, die Neugierde? Oder würde uns das nicht sogar hin und wieder ängstigen, wenn wir genau wüssten, was passieren wird?

Nach einiger Zeit kann es sein, dass sich die Umstände geändert haben oder man einfach erkennt: Hmm, ein anderer Weg ist vielleicht doch besser. War der Preis doch zu hoch? Na und? Im Nachhinein ist man immer schlauer. Dann sind die superschlauen Sprüche von anderen wie z.B. „Na das war doch klar.“ auch immer sehr willkommen 😉

Wir können aus unseren Erfahrungen lernen und mitunter auch feststellen, dass wir vielleicht nicht ganz ehrlich zu uns waren, vielleicht nicht alles bedacht haben, vielleicht zu sehr auf andere gehört haben. Was auch immer der Grund war, wir können es jetzt anders machen.

Ich habe einmal ein Video gesehen, welches mich zuerst fassungslos und dann nachdenklich gemacht hat. Es ging um eine Veranstaltung, bei der Menschen, die „gescheitert“ waren, gefeiert wurden. Teilweise hatten diese Menschen alles verloren. Jeder Einzelne ging auf die Bühne und berichteten von ihren/seinen „Misserfolgen“.   Niemand wurde  für dumm gehalten, oder ausgelacht oder ähnliches. Statt dessen wurde applaudiert und sie wurden regelrecht bejubelt. Weil sie sich getraut haben, ein Risiko eingegangen sind und aus ihren Fehlern lernen konnten. Weil sie sogar den Mut hatten, vor anderen Menschen darüber zu sprechen und damit dem ein oder anderen  auch helfen konnten. Weil sie sich nicht damit beschäftigen, wie ungerecht das Leben ist und wieviel Pech sie doch hatten, sondern weil sie wieder aufgestanden sind und weiter machen.

Bin ich unglücklich, kann ich mich entscheiden. Entweder ich finde Möglichkeiten, wie es mir (im selben Job, in derselben Beziehung, im selben Umfeld,….) besser gehen kann und tue etwas dafür oder ich ändere den Teil in meinem Leben, der mir nicht gut tut. Beides ist meist besser, als nichts zu tun. Schließlich bereuen Menschen, die im Sterben liegen, viel eher die Dinge, die sie NICHT getan haben.